Der Ständerat Fabio Regazzi fordert eine Reform der Finanzmarktaufsicht durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma), um diese stärker risikobasiert und proportional zu gestalten. In seinem Postulat, das von mehreren Ratskolleginnen und -kollegen unterstützt wird, verlangt er vom Bundesrat einen Bericht, der aufzeigt, wie die unterschiedlichen Geschäftsmodelle von Banken, Versicherern und Vermögensverwaltern angemessen berücksichtigt werden können. Regazzi macht auf die überproportionalen Regulierungskosten für kleine Finanzinstitute aufmerksam und zielt darauf ab, diese durch eine differenzierte Aufsicht zu entlasten.

Die Diskussion über die Finma-Reform ist für Führungskräfte und Selbstständige im Finanzsektor von grosser Bedeutung, da eine risikobasierte Aufsicht nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz stärken könnte, sondern auch die Bürokratie und Kosten für kleinere Unternehmen reduzieren würde. Angesichts der aktuellen Herausforderungen, wie etwa den steigenden Aufsichtskosten und der unklaren Zuständigkeiten, ist es entscheidend, dass die Aufsicht effizient und transparent gestaltet wird, um das Vertrauen in den Finanzmarkt zu gewährleisten.

Politisches Postulat zur Finma-Reform

Der Ständerat Fabio Regazzi hat am 1. Oktober ein Postulat eingereicht, das vom Bundesrat einen Bericht zur risikobasierten und proportionalen Aufsicht der Finanzmarktaufsicht FINMA fordert. Dieses Anliegen zielt insbesondere darauf ab, die unterschiedlichen Geschäftsmodelle von Banken und Finanzdienstleistern angemessen zu berücksichtigen.

Regazzi, der zudem Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbands ist, wird von neun weiteren Ratsmitgliedern aus Mitte, FDP und SVP unterstützt, darunter prominente Namen wie Erich Ettlin und Benedikt Würth. Die zentrale Forderung des Postulats ist eine differenzierte Aufsicht, die sich an den spezifischen Risiken der einzelnen Finanzinstitute orientiert.

Ein wichtiges Anliegen ist es, asymmetrisch hohe Regulierungskosten für kleine und kleinste Finanz-KMU zu vermeiden. Regazzi betont, dass die Risiken nicht mit mehr Bürokratie und einheitlichen Regeln für alle minimiert werden können. Vielmehr sei eine differenzierte, risikobasierte Aufsicht notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes zu gewährleisten.

Die FINMA hingegen reagiert zurückhaltend auf diese Forderung und weist darauf hin, dass ihre Aufsichtstätigkeit bereits risikobasiert und proportional gestaltet ist. Sie betont, dass die Intensität der Aufsicht und die eingesetzten Instrumente sich an der Grösse, Komplexität und dem Risikoprofil der jeweiligen Institute orientieren. Dies könnte in der aktuellen Diskussion um die Reform der Finanzmarktaufsicht von zentraler Bedeutung sein.

Hintergrund und Motivation

Ständerat Fabio Regazzi kritisiert die hohen Regulierungskosten für kleine Finanzinstitute und fordert eine risikobasierte Aufsicht durch die Finanzmarktaufsicht Finma. In seiner Begründung verweist er auf vergangene Vorfälle wie das CS-Debakel, die die Notwendigkeit einer differenzierten Regulierung unterstreichen. Regazzi argumentiert, dass die bestehenden bürokratischen Hürden für kleine Finanz-KMU im Non-Banken-Sektor nicht nur diese Institute belasten, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Finanzplatzes Schweiz gefährden.

Er betont, dass eine risikobasierte Aufsicht erforderlich sei, um die tatsächlichen Risiken der einzelnen Institute angemessen zu berücksichtigen. Regazzi ist überzeugt, dass Bürokratie nicht der richtige Weg ist, um Risiken zu minimieren. Stattdessen solle die Aufsicht auf die spezifischen Gegebenheiten der verschiedenen Geschäftsmodelle eingehen und damit eine angemessene Balance zwischen Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit schaffen.

Diese Forderung nach einer proportionalen Aufsicht stösst auf das Verständnis von Regazzis Mitstreitern aus den Reihen von Mitte, FDP und SVP, die die Notwendigkeit einer Reform in der Aufsichtspraxis erkennen. Regazzi sieht in der aktuellen Aufsichtssituation auch Doppelspurigkeiten, die zu Ineffizienzen und hohen Kosten führen. Der Appell an eine vorausschauende Aufsicht soll sicherstellen, dass bereits im Vorfeld von Problemen adäquate Massnahmen ergriffen werden, um die Stabilität und Integrität des Finanzmarktes zu gewährleisten.

Kritik an der aktuellen Aufsichtspraxis

Der Ständerat Fabio Regazzi kritisiert die aktuelle Aufsichtspraxis der Finanzmarktaufsicht Finma, insbesondere die Doppelspurigkeiten bei unabhängigen Vermögensverwaltern und Versicherungsbrokern. Er sieht ineffiziente Strukturen und fordert eine klarere, risikobasierte Aufsicht, um sowohl Transparenz als auch Kosteneffizienz zu fördern.

Regazzi hebt hervor, dass die heutige Aufsicht dazu führt, dass kleine Finanzinstitute unverhältnismässig hohe Regulierungskosten tragen müssen, ohne dass dies durch eine entsprechende Risikoeinschätzung gerechtfertigt wäre. Die bestehenden bürokratischen Hürden belasten nicht nur die kleinen Unternehmen, sondern gefährden auch die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Finanzplatzes Schweiz.

Eine risikobasierte Aufsicht würde es ermöglichen, dass nur dort, wo tatsächlich Risiken bestehen, auch adäquate Massnahmen ergriffen werden. Regazzi betont, dass mehr Bürokratie und ein einheitlicher Regelungsansatz nicht der richtige Weg sind, um Risiken zu minimieren. Stattdessen sollten die regulatorischen Anforderungen differenziert und an die spezifischen Gegebenheiten der verschiedenen Institute angepasst werden.

Diese Kritik an der Aufsicht könnte weitreichende Konsequenzen für die Finanzbranche haben, insbesondere für kleinere Finanzdienstleister, die sich durch die hohen Anforderungen gefährdet sehen. Regazzi verlangt, dass die Finma die Überprüfung ihrer Aufsichtspraxis ernst nimmt und sich stärker auf die spezifischen Risiken der einzelnen Geschäftsmodelle konzentriert.

Finma reagiert zurückhaltend

Die Finanzmarktaufsicht Finma reagiert auf die Forderungen des Ständerates Fabio Regazzi zurückhaltend. Sie äussert sich nicht zu politischen Vorstössen, betont jedoch, dass ihre Aufsicht bereits risikobasiert und proportional gestaltet ist. Die Intensität der Aufsicht passe sich dem Risikoprofil der Institute an und berücksichtige deren Grösse, Komplexität und Geschäftsmodelle.

Regazzi kritisiert die hohen Regulierungskosten, die insbesondere kleine Finanzinstitute belasten, und fordert eine differenzierte Regulierung. Diese soll nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen Finanz-KMU im Non-Banken-Sektor stärken, sondern auch die Effizienz der Aufsicht erhöhen. Die aktuellen Strukturen, so Regazzi, führen zu Doppelspurigkeiten und unnötigen bürokratischen Hürden.

Die Finma verweist darauf, dass die bestehenden Aufsichtsmassnahmen bereits auf einer risikobasierten Analyse beruhen. Dennoch bleibt abzuwarten, inwieweit das Postulat des Ständerates Einfluss auf die zukünftige Ausgestaltung der Aufsicht haben wird. Die Diskussion um eine Anpassung der Aufsichtspraxis könnte vor allem für kleinere Institute bedeutende Auswirkungen haben und zu einer Entlastung führen.

Auswirkungen für die Finanzbranche

Führungskräfte und Selbstständige in der Finanzbranche sollten die Entwicklungen rund um das Postulat von Ständerat Fabio Regazzi aufmerksam verfolgen. Eine mögliche Reform könnte die Rahmenbedingungen für kleine Finanzunternehmen signifikant verändern. Insbesondere die angestrebte risikobasierte und proportionale Aufsicht der Finanzmarktaufsicht (Finma) könnte dazu führen, dass kleinere Institute von übermässigen Regulierungskosten entlastet werden.

Die derzeitige Aufsichtspraxis wird als bürokratisch und ineffizient kritisiert, was insbesondere für kleine Finanz-KMU im Non-Banken-Sektor nachteilige Auswirkungen hat. Regazzi argumentiert, dass die hohen Kosten, die durch die bestehende Regulierung entstehen, nicht nur die Institute belasten, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Finanzplatzes gefährden. Eine Anpassung der Aufsicht könnte daher nicht nur eine Entlastung für die kleinen Unternehmen mit sich bringen, sondern auch den Finanzplatz Schweiz stärken.

Die Finma hat auf die Forderungen bisher zurückhaltend reagiert und betont, dass ihre Aufsicht bereits risikobasiert und proportional ausgestaltet sei. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussion um das Postulat entwickeln wird und ob es zu konkreten Veränderungen in der Aufsichtspraxis kommen wird. Finanzunternehmen sind gut beraten, die kommenden Schritte und die möglichen Auswirkungen auf ihre Geschäftsmodelle genau zu beobachten.

Häufige Fragen

Was bedeutet das Postulat für kleine Finanzinstitute?

Das Postulat von Ständerat Fabio Regazzi könnte für kleine Finanzinstitute eine erhebliche Entlastung bringen. Indem die Aufsicht risikobasierter und proportional gestaltet wird, sollen die hohen Regulierungskosten, die diesen Instituten aktuell auferlegt werden, reduziert werden. Dies könnte insbesondere den Non-Banken-Sektor betreffen, wo kleine Finanz-KMU oft unverhältnismässig hohe Bürokratie und Kosten tragen müssen.

Wie könnte eine risikobasierte Aufsicht konkret aussehen?

Eine risikobasierte Aufsicht könnte bedeuten, dass die Finma die Aufsichtsintensität und -instrumente an die spezifischen Risiken und Geschäftsmodelle der einzelnen Institute anpasst. Anstatt einheitliche Regelungen für alle Finanzinstitute zu erlassen, würde der Fokus auf den tatsächlichen Risikofaktoren liegen, was zu einer differenzierten und flexibleren Aufsicht führen könnte. Dies könnte auch eine bessere Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse von Banken, Versicherern und Vermögensverwaltern ermöglichen.

Welche Rolle spielt die Finma in der aktuellen Diskussion?

In der aktuellen Diskussion kommt der Finma eine zentrale Rolle zu, da sie als Aufsichtsbehörde für die Umsetzung der regulatorischen Rahmenbedingungen verantwortlich ist. Während die Finma betont, dass ihre Aufsicht bereits risikobasiert und proportional gestaltet ist, sieht Regazzi in der Praxis jedoch Optimierungsbedarf. Die Finma muss sich somit sowohl der politischen Diskussion stellen als auch sicherstellen, dass ihre Aufsichtspraxis tatsächlich den Anforderungen des Marktes gerecht wird.