Der Swiss Market Index hat am Vormittag des 28. Juli bei 14'492 Punkten ein neues Allzeithoch erreicht. Zuvor hatte der Leitindex bereits die Marke von 14'400 Zählern überschritten. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf rund sieben Prozent, im ersten Semester legte der Index über sechs Prozent zu.

Die Schwergewichte tragen den Markt

Verantwortlich für den Anstieg sind vor allem die drei Indexschwergewichte Nestlé, Roche und Novartis, die zusammen einen erheblichen Teil der Indexgewichtung ausmachen. Nestlé profitierte von überzeugenden Halbjahreszahlen und der angekündigten Neuordnung des europäischen Wassergeschäfts, Roche von einem Halbjahresergebnis über den Erwartungen.

Zusätzlichen Rückenwind lieferten schwächer als erwartete Arbeitsmarktdaten aus den USA. Sie nährten am Markt die Hoffnung auf eine weniger restriktive Geldpolitik der amerikanischen Notenbank — ein Umfeld, das defensive Qualitätstitel wie die Schweizer Blue Chips traditionell begünstigt.

Nicht alle Titel ziehen mit

Das Bild ist gemischt. Während Holcim, Givaudan und Nestlé gefragt waren, gaben Werte wie Logitech und Bucher Industries nach. Auch die Aktien der Grossbank UBS tendierten zeitweise schwächer. Die Rally ist damit weniger breit abgestützt, als der Indexstand vermuten lässt.

Was für das zweite Halbjahr spricht — und was dagegen

Für weitere Kursgewinne sprechen das Nullzinsumfeld der Nationalbank, die anziehende Konjunkturstimmung und eine solide Berichtssaison. Dagegen sprechen die hohe Bewertung nach der Rally, der starke Franken als Belastung für exportorientierte Titel und die ungelöste Zollfrage mit den Vereinigten Staaten.

Anleger sollten die Konzentration im Index im Blick behalten: Läuft es bei einem der drei Schwergewichte schlecht, zieht das den gesamten SMI mit nach unten.