Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern hat im ersten Halbjahr 2026 ein organisches Wachstum von 3,6 Prozent erzielt. Im zweiten Quartal beschleunigte sich das Tempo leicht auf 3,7 Prozent. Getragen wurde die Entwicklung von einem starken Geschäft in den Schwellenländern sowie von der anhaltend hohen Nachfrage nach Kaffee und Tiernahrung. Den Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigte das Unternehmen.
Mengen statt nur Preise
Bemerkenswert ist die Zusammensetzung des Wachstums: Nestlé gewann bei den Absatzmengen wieder an Schwung. In den Jahren zuvor hatte der Konzern sein Wachstum weitgehend über Preiserhöhungen erzielt und dabei Marktanteile eingebüsst. Unter dem neuen CEO Philippe Navratil steht die Rückgewinnung von Volumen im Zentrum.
Die UBS nahm Nestlé in ihre Liste der Schweizer Favoriten auf und begründete dies mit einem kulturellen Neuanfang, der einem Unternehmen wieder Dringlichkeit verleihe, das sich zuvor mit Marktanteilsverlusten arrangiert habe.
Peranel: das Wassergeschäft kommt in ein Joint Venture
Parallel zu den Halbjahreszahlen kündigte Nestlé den Teilverkauf des europäischen Wassergeschäfts an. Gemeinsam mit der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity entsteht das Gemeinschaftsunternehmen Peranel, an dem beide Partner je 50 Prozent halten. Das Geschäft wird mit 4,5 Milliarden Franken bewertet.
Der Schritt folgt der Linie, das Portfolio auf wachstumsstarke Kategorien zu konzentrieren. Das Wassergeschäft war zuletzt durch regulatorischen Druck und Rechtsstreitigkeiten in Frankreich belastet — ein Joint Venture verschafft dem Konzern Distanz, ohne den Wert vollständig aufzugeben.
Was Anleger beobachten sollten
Entscheidend wird, ob die Volumenerholung über mehrere Quartale trägt und ob die Marge dabei stabil bleibt. Die Neuordnung des Wassergeschäfts entlastet die Bilanz, verkleinert aber auch die Umsatzbasis. Für den SMI zählt Nestlé zu den wichtigsten Kurstreibern des laufenden Jahres.
Die Halbjahresmitteilung veröffentlicht der Konzern auf nestle.com.

