Die Expertengruppe des Bundes erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts von 1,0 Prozent. Das liegt deutlich unter dem langjährigen Mittel und markiert das zweite Jahr in Folge mit unterdurchschnittlicher Dynamik.
Warum die Prognose trotz besserer Stimmung tief bleibt
Auf den ersten Blick passt die Zahl schlecht zu den Frühindikatoren: Das KOF-Barometer notiert wieder über 100 Punkten, der Aktienmarkt erreicht Rekordstände. Stimmungsindikatoren messen jedoch Erwartungen, die Prognose misst reale Wertschöpfung — und die hängt in der Schweiz stark an der Auslandsnachfrage.
Diese Nachfrage war über Monate schwach. Der starke Franken verteuert Schweizer Güter zusätzlich, und die amerikanische Zollpolitik hat Investitionsentscheide verzögert. Beides wirkt mit Verzögerung in die Realwirtschaft hinein.
Wo die Erholung zuerst ankommt
Binnenorientierte Branchen spüren die Wende zuerst: Bau, Immobilien, Finanzdienstleistungen und Gesundheitswesen profitieren vom Nullzinsumfeld und vom Bevölkerungswachstum. Die exportorientierte Industrie folgt später — historisch mit zwei bis vier Quartalen Abstand.
Was die Prognose kippen könnte
Nach oben: ein definitives Zollabkommen mit den USA, das Planungssicherheit schafft, sowie eine kräftigere Erholung in Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner. Nach unten: eine erneute Eskalation im Handelsstreit oder eine weitere Aufwertung des Frankens.
Die Konjunkturprognosen des Bundes werden mehrmals jährlich aktualisiert und sind auf seco.admin.ch abrufbar.



